
Bin ich gaming- oder online-süchtig?
Ein Abend mit einem Spiel oder einer Serie kann länger werden als geplant. Ob die Nutzung zum Problem wird, hängt vor allem davon ab, ob sie sich noch begrenzen lässt und welche Folgen sie im Alltag hat.
Woran sich Schwierigkeiten im Alltag zeigen
Wenn das geplante Ende immer weiter verschoben wird, fehlt am nächsten Morgen womöglich Schlaf. Bei der Arbeit oder in der Schule fällt dann die Konzentration schwer. Auch Aufgaben können liegen bleiben oder Verabredungen ausfallen, weil das Spielen oder die Online-Nutzung zunehmend Vorrang bekommt.
Ein Hinweis auf Schwierigkeiten mit der Kontrolle ist, dass Versuche, weniger Zeit damit zu verbringen, wiederholt scheitern. Besonders problematisch wird es, wenn die Folgen bereits spürbar sind und die Nutzung trotzdem weitergeht.
Wann spricht man von einer Gaming-Störung?
Für die Diagnose einer Computerspielstörung, auch „Gaming Disorder“ genannt, reicht eine hohe Spielzeit allein nicht aus. Dazu gehört, dass sich das Spielen nur noch schwer steuern lässt und andere Interessen zunehmend verdrängt. Es wird trotz negativer Folgen fortgesetzt, und wichtige Bereiche des Alltags sind deutlich beeinträchtigt.
Auch bei Social Media kann es schwerfallen, die Nutzung zu begrenzen. Ähnliche Schwierigkeiten gibt es beim Streaming oder bei der ständigen Beschäftigung mit dem Smartphone. Die Diagnose „Gaming Disorder“ bezieht sich auf digitale Spiele und lässt sich nicht einfach auf jede Art der Online-Nutzung übertragen.
Kostenloser Gaming- und Online-Check
Der kostenlose Gaming- und Online-Check auf dieser Seite enthält zehn Fragen zur eigenen Nutzung. Nach dem Ausfüllen erscheint eine Zusammenfassung, die zeigt, wo Schwierigkeiten angegeben wurden.
Der Selbstcheck stellt keine Diagnose und ersetzt keine persönliche fachliche Einschätzung. Die Zusammenfassung kann als Grundlage für ein Gespräch mit einer Beratungsstelle dienen.
Wo es Unterstützung gibt
Wenn Versuche, die Nutzung zu begrenzen, immer wieder scheitern oder der Alltag darunter leidet, ist eine Suchtberatungsstelle eine mögliche Anlaufstelle. Dort lässt sich besprechen, in welchen Situationen die Nutzung schwer zu steuern ist und welche Veränderungen helfen könnten.
Auch Fachstellen für problematische Mediennutzung oder psychotherapeutische Praxen kommen infrage. Ein Beratungsgespräch ist bereits möglich, wenn die Schwierigkeiten erst seit Kurzem bestehen.
